Digital Investment News #000 – Der Digital Investments Markt

Veröffentlicht von am 24. August 2016 · Kommentieren

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Wie kann man das komplexe Thema Geldanlage vereinfachen? Wie viel muss / darf Geldanlage kosten? Wie kann man Finanzentscheidungen verbessern? Kann Geldanlage Spaß machen? Was ist wirklich wesentlich beim Thema Investments? Wem kann man beim Thema Geldanlage vertrauen? Wie findet der Privatanleger schnell die für ihn passenden Informationen? Wie kann man mit digitalen Lösungen das Thema Investments verbessern? Eine ganze Reihe von FinTech-StartUps (wir zählen derzeit in Deutschland über 40) hat sich diesen Fragestellungen rund um Geldanlage und Investments verschrieben. Damit bringen Sie frischen Wind in eine Branche, deren Innovationskraft sich sehr lange in immer komplexeren Produkten ausgedrückt hat.

Kleines Volumen, großes Wachstum – typisch StartUp

Typisch für fast jedes StartUp ist ein anfangs geringes Geschäftsvolumen. Nicht anders ist das bei den meisten Investment FinTechs. Gemessen am verwalteten Vermögen (Assets under Management) oder auch an der schieren Kundenanzahl sind sie im Vergleich zum Gesamtmarkt winzig bis bedeutungslos. Doch die Wachstumserwartungen sind trotz aller Trägheit, die man (vor allem deutschen) Bankkunden nachsagt, gewaltig. Anbieter aus US und UK wie wealthfront, betterment oder nutmeg haben gezeigt, wie man auch in diesem zähen Markt Traktion aufbauen kann.

Die Bedeutung von Investment FinTechs ist größer als sie selbst

Doch es ist sind nicht die Größe oder das Wachstum, die die Aufmerksamkeit der etablierten Anbieter wie Banken oder Fondsgesellschaften auf FinTechs lenken. Es ist der unverstellte, frische Blick auf das Thema Geldanlage, der die Grundlage für echte Innovation bildet. Das macht neugierig. Wer sind nun diese Investment FinTechs und was kann man von Ihnen lernen? Wer ist potentieller Kooperationspartner oder Akquisitionsziel? Welche Geschäftsmodelle gibt es? Wie groß sind deren Potential und die Gefahr für das eigene Geschäft?

Zum Start eine Marktübersicht
Mit diesen Fragen im Hinterkopf haben wir uns den Markt, den wir mit ‚Digital Investments‘ überschreiben, in Deutschland einmal angeschaut. In einem ersten Schritt haben wir aus den erwähnten mehr als 40 Digital Investment FinTechs jeweils ähnliche Geschäftsmodelle in sechs Segmenten zusammengefasst: (1) Automated Investments & Robo Advice (2) Social & Copy Trading (3) Crowdinvesting (4) Analytics & Information (5) Deposits & Pension (6) Platforms & Miscellaneous.

Digital Investments

Automated Investments & Robo Advice

Die FinTechs, an die man beim Thema Investments in erster Linie denkt, sind die sogenannten Robo Advisors. Sie unterstützen den Kunden bei der Strukturierung ihres Wertpapier-Portfolios. Am Ende des Prozesses erhält der Kunde einen konkreten Vorschlag für sein Portfolio, der auch gleich in einem Depot oder Investmentkonto umgesetzt werden kann. Zu den frühesten Adressen in Deutschland zählen easyfolio und vaamo, beide zuletzt wieder mit interessanten Neuigkeiten: easyfolio wurde von der Bank Hauck & Aufhäuser gekauft, vaamo ist eine Kooperation mit der FinTech Bank N26 eingegangen und steht hinter dem Geldanlageprodukt N26 Invest. Anbieter neuerer Generation sind das ‚digitale Family Office‘ Liqid aus Berlin oder Scalable Capital aus München.

Social & Copy Trading

Eine (regionale) Ausnahme in unserer Übersicht ist Wikifolio mit Sitz in Wien, aber starker Präsenz in Deutschland. Anleger haben dort, wie auch bspw. bei ayondo, die Möglichkeit, den Anlageempfehlungen anderer User zu folgen. Dies geschieht bei Wikifolio über den Kauf von Zertifikaten, die je Strategie aufgelegt werden. Bei ayondo folgt ein User anderen Usern über die auf Wunsch automatisierte Umsetzung deren Anlageentscheidungen im Managed Depot.

Deposits & Pension

Ja es gibt sie noch, die Geldanlagewelt jenseits von Wertpapieren. In einem Nullzinsumfeld versuchen Firmen wie Weltsparen, Savedo und weitere ähnliche Anbieter – der Begriff Copycats klingt irgendwie negativ – ihren Kunden Zugang zu höherverzinslichen Termingeldern im europäischen Ausland zu veschaffen. Fairr.de gilt als führender Anbieter für kostenoptimierte Riesterverträge und ist damit einer der wenigen digitalen Anbieter von Alterversorge-Lösungen.

Crowdinvesting

Über Firmen wie Companisto oder Kapilendo erwerben Investoren Anteile an vielversprechenden StartUps oder KMUs. Bei anderen Firmen wie Bergfürst, Zinsland oder iFunded stehen Immobilien als Anlageobjekt im Vordergrund. Gemeinsam ist ihnen der Crowdinvesting-Ansatz: viele Geldanleger investieren gemeinsam in ein Anlageobjekt.

Analytics & Information

Die Anbieter, die sich auf ein Analyse- oder Informationsangebot im Bereich Geldanlage fokussieren, ohne dabei bei der Umsetzung einer Strategie / Empfehlung zu unterstützen, haben wir in diesem Segment zusammengefasst. Dazu gehören so unterschiedliche Angebote wie die Suchmaschine für Finanzinstrumente Voola oder Intelligent Recommendations, ein StartUp, das Anlageempfehlungen auf Basis kollektiver Intelligenz entwickelt.

Platforms & Miscellaneous

Jenseits der bisher genannten recht fokussierten Modelle existieren weitere, die gleich mehrere Ansätze im Bereich Investments verfolgen oder gar in Richtung einer Art Allfinanzangebot gehen. Hierzu gehören sicherlich die Kölner von moneymeets, die einerseits eine Finanzcommunity sind, andererseits auch Versicherungen und Aggregationsservices anbieten. moneymeets ist eines der FinTechs mit den meisten Kooperationen, so z.B. mit der FidorBank und einer ganzen Reihe weiterer Online Brokern und Banken. Unter ‚Sonstige‘ fassen wir Anbieter zusammen wie savedroid, die regelbasiertes Sparen unterstützten oder Finatra, eine Lösung für Finanzanalysen.

Ist diese Übersicht vollständig? Niemals!

Eine Übersicht wie diese kann nie vollständig sein. Streng genommen ist ja jedes (fast schon traditionelle) Online Brokerage ein Digital Investment-Angebot. Da wir uns in dieser Übersicht auf die Investment Angebote von FinTechs konzentrieren, sind die Robo Advise- oder auch Online Brokerage-Angebote von Banken nicht enthalten. Wir werden uns der Angebote von Banken ggf. zu einem späteren Zeitpunkt annehmen.

Ebenfalls nicht enthalten in unserer Übersicht sind die sogenannten ‚Schatten-FinTechs‘ wie FinCite aus Mühlheim, die eine ganze Reihe von Modulen / Algorithmen für Banken bereitstellen, die diese in ihr Online Banking / Brokerage einbinden können – oder auch figo aus Hamburg, die Banken bei der Aggregation von Konten, Sparkonten, Kreditkarten etc. unterstützen. Auch hierzu in einem späteren Beitrag mehr.

Künftig auch News über Digital Investments

Wir werden an dieser Stelle künftig laufend – in nicht festgelegter Häufigkeit – über den deutschen Markt für Digital Investments schreiben. Dabei werden wir uns nicht auf eigene Marktbeobachtungen und -analysen beschränken, sondern auch kuratierte Nachrichten aus dem Markt bereitstellen. Wir werden auch die Perspektive wechseln und mal aus Sicht eines Kunden auf die FinTechs schauen, mal aus dem Blickwinkel eines Investors oder eines traditionellen Anbieters.

Diskutieren Sie mit uns!

Welche Anbieter fehlen aus Ihrer Sicht? Welche Anbieter gehören Ihrer Meinung nach nicht in diese Übersicht? Wie finden Sie die Markt-Segmentierung und die Zuordnung der einzelnen Anbieter in die Segmente? Welche Digital Investments- Themen interessieren Sie besonderes? Diskutieren Sie mit uns – wir freuen uns auf einen lebhaften Austausch!

Ihr Ansprechpartner für Digital Investments sowie Asset & Wealth Management bei ARKADIA:

Dirk Vonden |

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